Bauchklang - das ist Dynamik, Vokalakrobatik und Groove vom Allerfeinsten. Bei der Produktion seiner Musik, die man selbst "Vocal Groove" nennt, verzichtet das Sextett gänzlich auf Instrumente und verlässt sich einzig und allein auf seine Stimmen. Obwohl das Erstlingswerk "Jamzero" bereits durch das eigenwillige Konzept für Aufsehen gesorgt hat, verschafften sich Bauchklang vor allem durch ihre großartigen Konzerte national wie international einen Namen.
Von den exzellenten Live-Qualitäten von Bauchklang konnten sich am Samstag auch 2000 Leute in der Helmut-List Halle überzeugen. Kurz nach 11 Uhr kamen die sechs Niederösterreicher auf die Bühne und brachten das Publikum sprichwörtlich zum Kochen. Die Bühne war spartanisch dekoriert, bis auf ein Transparent und das bereits für Megablast vorbereitete DJ-Equipment waren nur Bauchklang auf der Bühne, doch deren Präsenz stellte alles in den Schatten. Die Zuschauer erlebten einen Vorgeschmack aufs kommende Album, konnten ihre Mitsingqualitäten unter Beweis stellen und kamen auch durch die tolle Akustik in der List-Halle voll auf ihre Rechnung. Außerdem gab es als Überraschung die Gastperformance der bosnischen Rapper Sead und ZZA, die sich für zwei Songs perfekt in den Sound von Bauchklang einfügen konnten.
Auch musikalisch blieben Bauchklang nichts schuldig. Teilweise glaubte man ein gesamtes Orchester auf der Bühne zu hören. Ob Techno-Sounds, Reggae-Klänge, Downtempo-Rythmen oder Hip-Hop-Beats, Bauchklang machten vor keinen Barrieren halt und sangen sich durch alle Genres, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. Außerdem fiel auf, wie unglaublich frei Bauchklang auf der Bühne agieren. Sogar für die umjubelten Solo-Performances der druckvollen Beatvokalisten blieb da noch Raum. Auch ein politisches Statement ließen sich Bauchklang entlocken. Nachdem die Vokalisten zu "Benita"-Sprechchören ansetzten, brachte man das Publikum mit dem Spruch "Politik mit Herz, das ist wohl ein Scherz!" zum Lachen.
Durch den ohrenbetäubendem Beifall der Zuschauer blieben Bauchklang auch mehrere Zugaben nicht erspart. Die Musiker konnten sich dabei noch einmal steigern und sorgten für einen krönenden Abschluss des Konzerts. Der Abend in der List-Halle wird wohl weder den Zuschauern, noch den Akteuren selbst so schnell aus dem Kopf gehen.
Sven Haidinger
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